Neue all2all-Website: Kontinuität, Aktualisierung und Klärung
Wir haben eine neue Version der all2all-Website online gestellt.
Dies ist kein Rebranding und kein Bruch. Es ist eine notwendige technische und redaktionelle Aktualisierung, in Kontinuität mit dem, was wir seit Beginn tun.
Ein wenig Geschichte
all2all existiert seit einer Zeit, in der das Web anders funktionierte.
Einige Technologien, die wir kannten und nutzten, sind verschwunden oder haben sich in andere Formen verlagert: RealMedia, Windows Media oder QuickTime Streaming, M3U- und PLS-Playlists, Flash-Server wie Red5.
Das Internet hat sich verändert. Viele Nutzungen werden heute von zentralisierten Plattformen eingefangen. Wir glauben dennoch mehr denn je an ein freies, interoperables Internet auf Basis offener Standards.
In diesem Sinn haben wir unsere Supportseiten überarbeitet: alte Dokumentation wurde bereinigt, die FAQ neu geschrieben und veraltete Streamingtechnologien durch heutige Ansätze wie HTML5, Nextcloud Talk oder, für größere Nutzungen auf dedizierter Infrastruktur, BigBlueButton und Jitsi Meet ersetzt.
Was sich auf der Website geändert hat
Eine einfachere und robustere technische Basis
Die neue Website basiert auf Hugo.
Keine Datenbank, kein schweres CMS: statische Generierung, klare Struktur und vereinfachte Wartung.
Eine geklärte Struktur
Die Website ist nun um drei Achsen organisiert:
- Webhosting
- Domains
- Information
Die Inhalte sind direkter, lesbarer und näher an der Realität unserer Dienste.
Eine neu fokussierte Präsenz
Wir haben die Nutzung von Twitter/X eingestellt.
Diese Plattform hat immer als Blackbox funktioniert: undurchsichtige Regeln, aufgezwungene Algorithmen und Abhängigkeit von privater Infrastruktur. Die jüngste Entwicklung hat dieses Problem von Governance und Vertrauen weiter verstärkt.
Die gute Nachricht ist, dass sich das Fediverse wirklich entwickelt hat. Es ermöglicht, Informationen zu veröffentlichen und weiterzugeben, ohne von einem einzigen zentralen Akteur abhängig zu sein.
Heute:
- werden Inhalte auf unserer eigenen Website veröffentlicht
- ist der RSS-Feed die Hauptquelle
- wird dieser Feed über Mastodon ins Fediverse weitergeleitet
Zu Hause veröffentlichen, anderswo verbreiten.
Was parallel geschieht: Infrastruktur
Diese Aktualisierung der Website begleitet eine laufende Modernisierung unserer Infrastruktur.
Wir haben die Architektur neu betrachtet und systematisch nach Single Points of Failure gesucht. Das Ziel ist klar: entfernen, was entfernt werden kann, Redundanz stärken und die Infrastruktur verständlich halten statt undurchsichtig.
Internes Netzwerk: Doppelring
Wir bauen eine Doppelring-Topologie zwischen Racks auf:
- Hochgeschwindigkeitsverbindungen mit aggregierten 20-Gbit-Uplinks
- direkte DAC-Verkabelung, optimiert für geringeren Verbrauch und reduzierte Wärmeentwicklung
- vollständige physische Redundanz
Die Geräte enthalten redundante, hot-swap-fähige Netzteile und Lüfter.
Das Ziel bleibt einfach: eine kohärente, lesbare und resiliente Infrastruktur.
IP Transit A IP Transit B
| eBGP | eBGP
( Router A ) ===== iBGP ===== ( Router B )
||| |||
||| bonding ||| bonding
||| |||
[ Core A ] ===== core ===== [ Core B ]
\ /
\ /
\ /
\____ 20G DAC ring __/
aggregated
Legende:
- zwei Linux-Edge-Router
- zwei redundante Core-Switches
- drei gebündelte Links von jedem Router zur Core-Ebene
- aggregierter 20-Gbit-DAC-Ring
- BGP, eBGP und iBGP unter Linux verwaltet
- gemeinsames Default Gateway in Hochverfügbarkeit
Neue Routing-Generation
Wir ersetzen die alten Edge-Router durch zwei neue Linux-Systeme:
- BGP in eBGP und iBGP
- interne Verteilung der Routen
- gemeinsames Default Gateway in Hochverfügbarkeit
Wir migrieren von Quagga zu FRRouting.
Die Entscheidung ist bewusst: die Routinglogik kontrollierbar, verständlich und dokumentiert halten.
Neuer Netzwerkkern
Der Netzwerkkern wird ersetzt:
- redundante Geräte mit hot-swap-fähigen Netzteilen und Lüftern
- Ports für unterschiedliche Nutzungen
- direkte Verbindung mit den Linux-Routern
Eine schrittweise Entwicklung, ohne architektonischen Bruch.
Entwicklung des Webhostings: Einfachheit und Kontinuität
Wir haben unseren Webhosting-Ansatz geklärt.
Eine gemeinsame Umgebung soll sehr unterschiedliche Nutzungen abdecken können.
Einfach starten
- automatische WordPress-Installation
- einsatzbereite Konfiguration
- zugängliche Verwaltung
Weiter gehen
- vollständiger SSH-Zugang
- Git / SVN
- Umgebungen für Python, Perl, PHP und Bash
- Datenbanken MariaDB, PostgreSQL und SQLite
- freie Konfiguration
Integration aktueller Werkzeuge
Aider ist nun standardmäßig auf den neuen all2all-Webhostingservern installiert.
Aider ist ein KI-basierter Entwicklungsassistent für die Kommandozeile, der direkt mit bestehendem Code arbeiten kann.
Das hilft dabei:
- Entwicklung zu unterstützen
- Wartung zu erleichtern
- schnell in Projekte einzugreifen
Ohne von einer externen Plattform abhängig zu sein.
Eine gemeinsame Logik
Eine gemeinsame, entwicklungsfähige Basis, ohne künstliche Trennung zwischen einfacher und fortgeschrittener Nutzung.
Nächste Baustellen
Virtualisierung und Cloud
Die Modernisierung geht weiter mit einer Überarbeitung unseres Virtualisierungsangebots:
- flexiblere Umgebungen
- bessere Integration in die Netzwerkarchitektur
- Kohärenz mit Routing und bestehenden Diensten
Auf dem Weg zu autonomer Domainverwaltung
Wir arbeiten außerdem daran, die Domains-Sektion zu einer vollständigen Plattform weiterzuentwickeln:
- eigener Backend-Dienst
- direkte Integration mit Registries über EPP
- Automatisierung des Domain-Lebenszyklus
Ziel ist eine transparente, kontrollierte Verwaltung ohne Abhängigkeit von undurchsichtigen Zwischenstellen.
Was sich nicht ändert
- offene Standards
- Interoperabilität
- kontrollierte Infrastruktur
- Ablehnung von Lock-in
Was wir gemacht haben
Die neue Website ist kein isoliertes Schaufenster.
Sie spiegelt umfassendere Arbeit wider:
- Aktualisierung der Werkzeuge
- Vereinfachung
- Modernisierung der Infrastruktur
- Veränderung der Nutzungen
- Vorbereitung der nächsten Schritte
In bewusster Kontinuität.
